Rahmentarifvertrag apotheke 2016

Beobachter bringen eine Reihe von Erklärungen vor, von denen zwei besonders prominent sind. Erstens sind die französischen Gewerkschaften hinsichtlich der Mitgliedschaft schwach, aber die gewerkschaftsnahe Mitgliedschaft ist oft eng mit dem Gewerkschaftsengagement verbunden. Andernorts ist fast jedes fünfte französische Gewerkschaftsmitglied ein aktiver Arbeitnehmervertreter. Zweitens werden praktisch alle Tarifverträge auf den gesamten Sektor ausgedehnt, was zu einer sehr hohen Deckungsquote von über 90 % führt, und dies lädt die Arbeitnehmer zum “Free Ride” ein, wobei die von den Gewerkschaften ausgehandelten Vorteile in Anspruch genommen werden, ohne sich zur Gewerkschaftsmitgliedschaft verpflichten zu müssen. Nach dem Arbeitsvertragsgesetz und dem Gesetz über die Mediation in Arbeitsstreitigkeiten sind Arbeitskampfmaßnahmen nur zulässig, wenn ein Tarifvertrag ausgelaufen ist und ein neuer Tarifvertrag noch aussteht oder wenn der Grund für die Maßnahme nichts mit den Beschäftigungsbedingungen zu tun hat, wie dies bei politischen Streiks und Solidaritätsaktionen der Fall ist. Die Friedensklausel in einem Tarifvertrag kann auch bedingungslos sein, in diesem Fall sind auch Solidaritätsaktionen verboten. Friedensklauseln gelten für Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Mitglieder von Arbeitgeberorganisationen. Friedensklauseln gelten formal nicht für einzelne Arbeitnehmer oder Gewerkschaftsmitglieder, aber die Nichteinhaltung einzelner Gewerkschaftsmitglieder kann Auswirkungen auf die Gewerkschaft haben. Zusätzlich zu den formal ausgehandelten Tarifverträgen führen die Sozialpartner während des Vertragszeitraums im Rahmen des so genannten “kontinuierlichen Verhandlungssystems” gespräche über das Arbeitsleben. Diese Praxis hat sich in den letzten zehn Jahren immer häufiger entwickelt. Im Jahr 2014 starteten die beiden größten Spitzengewerkschaften, SAK (Die Zentralorganisation der finnischen Gewerkschaften) und STTK (finnischer Berufsverband), einen Prozess in Richtung einer Fusion, die für 2016 geplant war. Diese Fusion zielte darauf ab, die Zentralisierung und die potenzielle Verhandlungsmacht der Arbeitnehmerorganisationen zu erhöhen. Das Projekt wurde jedoch im Juni 2016 aufgegeben, nachdem mehrere STTK-Mitgliedsgewerkschaften und einige SAK-Mitgliedsgewerkschaften beschlossen hatten, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Im privaten Sektor und mit Ausnahme des öffentlichen Verkehrs besteht keine Verpflichtung, den Arbeitgeber zu informieren oder zu versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen. Es gibt auch keine Regelung der Mindest- oder Höchstdauer eines Streiks. Die Besetzung von Firmengeländen und die Verhinderung von Nicht-Streikenden ist ebenfalls eine rechtswidrige Handlung. Friedensklauseln gelten nicht in Fällen, in denen der Arbeitgeber durch die allgemeine Anwendbarkeit des Tarifvertrags an den Tarifvertrag gebunden ist, ohne Mitglied einer unterzeichnenden Arbeitgeberorganisation zu sein. Die finnischen Arbeitsbeziehungen sind stark zentralisiert: Die Gewerkschaftsdichte lag 2017 (laut dem auf der nationalen Erhebung basierenden Arbeitslebensbarometer) bei 73 %, und die verschiedenen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände arbeiten in Spitzenorganisationen eng zusammen. Die Tarifdeckung beträgt etwa 89 % (Ahtiainen, 2016). Das finnische System der Tarifverhandlungen begann 1940, als sich die Arbeitsmarktorganisationen gegenseitig als Verhandlungspartner anerkannten, während der Prozess der dreiseitigen Zusammenarbeit 1968 voll ansetzte. Neben Beschäftigungsfragen sind die finnischen Arbeitsmarktorganisationen auch Wichtige Akteure bei der Entwicklung anderer Politikbereiche, wie dem Rentensystem.

Mit einer Tradition des Konsenses konsultiert die Regierung in der Regel die Sozialpartner im Detail zu allen vorgeschlagenen Änderungen der Gesetze, die das Arbeitsleben beeinflussen. Das Mediationssystem basiert auf dem finnischen Gesetz über die Mediation in Arbeitsstreitigkeiten. Der Nationale Schlichter und die Schlichter unterstützen die Verhandlungspartner, wenn ein Tarifvertrag ohne Hilfe von außen nicht zustande kommt. Die zentralen Arbeitsmarktorganisationen können auch vom Nationalen Schlichter bei der Ausarbeitung umfassender Vereinbarungen über die Einkommenpolitik unterstützt werden. Es ist obligatorisch, sich an der Vermittlung von Arbeitskämpfen zu beteiligen, aber die verschiedenen Seiten müssen den Vorschlag des Schlichters nicht akzeptieren.

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